PLA verrottbar Kompost Versuch Umweltfreundlichkeit

PLA verrottbar? Kompost Versuch 1 Jahr

PLA ist das mit Abstand am meisten genutzte Material im 3D-Druck. Diese kunststoff-typische 3-Buchstaben-Abkürzung steht für „Polylactid“ und läßt sich als Polymilchsäure übersetzen. PLA wird als umweltverträglich angepriesen und soll sogar verrotten. DIE Lösung, richtig kompostierbar und so? Naja …

3D-Druck mit viel Abfall

Zur Herstellung von Einzelanfertigungen und Kleinst-Serien ist ein 3D-Drucker das perfekte Werkzeug. Zumindest im hobbymäßigen 3D-Druck läuft es typischer Weise so:

=> eigene Konstruktion => Probedruck => Korrekturen im CAD => Probedruck => ein Detail vergessen => Probedruck => Feinschliff in der Maßhaltigkeit => nochmal ausdrucken => Perfekt :-)
Achso: Daß der Drucker zwischendurch auch mal aussetzt etc. ist hier noch nicht berücksichtigt …

Ist das öko? Zum Glück kann man sich bei dieser Frage immer damit herausreden, daß PLA aus biologischen Stoffen hergestellt wird, biokompatibel ist und angeblich sogar verrottet. Also kein Ding! Mit diesem modernen Material sind in Sachen Kunststoffmüll alle Hausaufgaben gemacht, nichts davon landet im Meer.

Kann PLA verrotten?

Soweit klingt die Sache erstmal plausibel und wird auch gern in dieser Richtung dargestellt. Mein Ziel im 3D-Druck ist die eigene Erstellung von Pflanzschalen, Hydro-Einsätzen und ähnlichem. Daraus ergibt sich sofort die Frage: Kann das funktionieren oder verrottet der Blumentopf noch bevor die Pflanze ausgewachsen ist?

Meine etwas genauere Recherche ist beruhigend und erschreckend zugleich. Es könnte zwar durchaus möglich sein, daß Bestandteile in der Größe von Mikroplastik letztendlich doch relativ schnell verrotten und dadurch nicht mehr die Umwelt belasten. Mit normalen Hausmitteln läßt sich das jedoch kaum überprüfen.

Neugierige 3D-Druck-Fans haben jedoch die Verrottbarkeit von PLA schon getestet und in verschiedenen Foren dokumentiert. Das ist eine Sache die auch jeder selbst im Garten ausprobieren kann. PLA kompostierbar? Scheinbar eher schlecht:

  • dieses PLA lag 1 Jahr im Komposthaufen: zwar von der Hitze leicht verformt, aber von Zersetzung ist noch nichts zu erkennen
    fingers-welt.de
  • im selben Forum ein paar Aussagen zur Zersetzung von PLA-Teilen in der Aquaristik / Aquarien: soll sich durch Licht und/oder Bakterien innerhalb eines Jahres schon leicht auflösen
    fingers-welt.de
Mulch Film made of PLA-Blend Bio-Flex.jpg
Von F. Kesselring, FKuR Willich, CC BY-SA 3.0 de, Link

Bringe ich das Ganze mit der Wikipedia-Darstellung zusammen, entsteht irgendwo eine Lücke. Verrottbar und für Cateringartikel geeignet. Warum möchte die EU jedoch keine Einweg-Trinkhalme mehr? Wäre dieses Thema mit PLA-Trinkhalmen nicht gelöst? Gut möglich, daß Filament für den 3D-Drucker zuviele Zusatzstoffe enthält. Schließlich ist es oft sogar brennbar, was ansonsten eigentlich für PLA nicht typisch ist.

Nur bedingt Umweltverträglich

PLA verrottet also unter bestimmten Bedingungen. Daß es damit umweltverträglicher ist als andere Kunststoffe, ist nicht in Frage zu stellen. Bei genauer Betrachtung relativiert sich die vermeintliche Umweltverträglichkeit für mich jedoch stark.

Um die Haltbarkeit meiner Pflanzgefäße muß ich mir jedenfalls keine Sorgen machen. Die Illusion von öko und umweltfreundlich ist allerdings bei mir inzwischen etwas verflogen, wäre auch zu schön gewesen …

[übersicht]


zuletzt aktualisiert am 02.11.2019

= Werbung, dieses Sternchen ist das Kennzeichen für einen Werbelink

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.