Mimose Pflegetipps Herbst Mimosa pudica

Mimose & Pflegetipps für den Herbst – Mimosa pudica

Regelmäßig gibt es bei der Mimose Probleme, wenn sie im Herbst vom Balkon ins Wohnzimmer geholt wird. In den meisten Fällen stirbt so eine Pflanze im Herbst ab, viele denken sie wären nur einjährig. Mimose kann jedoch mehrjährig gehalten werden, wenn nichts dazwischen kommt. Zu kalt oder/und zu nass, das sind die Problembereiche …

Warum stirbt die Mimose im Herbst ab?

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Mimosengebüsch Mimosa pudica BlätterSo schön kann ein Mimosen-Gebüsch aus Mimosa pudica aussehen. Doch der Reiz an einer Mimose ist, auch mit schwierigen Situationen klarzukommen. Herbst zum Beispiel.

Was genau ist die Ursache dafür, daß Mimosen meist im Herbst absterben? Google beantwortet dazu nur allgemeine Fragen, nach meinen bisherigen Erfahrungen vermute ich zwei Ursachen bzw. Gründe, welche zu dieser Zeit zusammen kommen und Mimosen Probleme bereiten.

Dabei möchte ich noch anmerken, daß dieses typische Herbst-Problem nur Mimosen aus bester Pflege betrifft, nämlich jene, die den ganzen Sommer draußen bestens gewachsen sind. Mimosen aus reiner Zimmer-Haltung machen vom Wuchs her zwar keine großen Sprünge, haben mit anderen Problemen zu kämpfen – überstehen zumindest den Herbst vergleichsweise besser.

Wuchs und Stoffwechsel auf Sommer ausgerichtet

Eine Mimose (als Pflanze) ist absolut nicht empfindlich, das wird man bei genauer Beobachtung immer wieder feststellen. Der Stoffwechsel von Mimosen verträgt einiges. Dabei sind auch 30…40°C kein Thema, pralle Sonne ebenso wenig. Durch ihre Fähigkeit, Blätter zum Licht auszurichten oder durch zusammenklappen kann die Mimose ein erstaunlich breites Spektrum an Umwelteinflüssen kompensieren. Mehr als viele andere Pflanzen.

Auch niedrige Temperaturen verträgt eine Mimose eigentlich problemlos. Da können Nachttemperaturen ruhig auch mal bis runter auf 5°C gehen. Im Frühling beim Rausstellen verursacht dies keine Schwierigkeiten, solange es nur frostfrei bleibt. Im Herbst dagegen schon.

Hier läßt sich vermuten, daß sich Blätter beim Stoffwechsel auf Wärme, Licht sowie hohe Verdunstung eingestellt haben. Vom äußeren Wuchs her ist so etwas nicht zu erkennen, doch ein zu schroffer dauerhafter Wechsel klimatischer Bedingungen läßt sich nicht durch Zusammenklappen von Blättern oder Verändern der Blattstellung ausgleichen.

Über den gesamten Sommer sind die Einzelblätter darauf ausgerichtet, daß viel Licht verfügbar ist, reichlich Wasser muß an ihrer Oberfläche verdunstet werden. Die Pflanze zieht entsprechend viel Wasser aus dem Boden, verdunstetes durch ihre Blätter. Kurze Schwankungen werden durch den Klapp-Mechanismus ausgeglichen und reguliert.

Nachttemperatur im unteren Grenzbereich

Typischer Kälte-Schaden: Blatt klappt nach 2°C nicht mehr auf und vertrocknet

Dann plötzlich ab September wesentlich schwächere Sonneneinstrahlung, wiederholt Nachttemperaturen im unteren Grenzbereich, tagelang nur bewölkter Himmel. Dadurch wird weniger Wasser verdunstet, während die Wurzeln noch darauf eingestellt sind, reichlich Wasser aufzunehmen. Hier wird klar, daß der Klappmechanismus eine Mimose zwar perfekt gegen Schäden durch Überschuß schützt (Licht, Hitze, Verdunstung), daß dieser Schutz bei „Mangel“ jedoch ins leere greift.

Ungewohnte nächtliche Kälte führt bei Mimosa pudica dazu, daß die Pflanze ihre Blätter tagsüber, wenn es warm wird plötzlich nicht mehr aufklappen kann. Diesen Kälte-Effekt konnte ich dieses Jahr wieder beobachten, als es schon im September nachts plötzlich auf 2°C herunter ging. Trotz bewußt wenig Wassergabe war die Mimose nach einer Woche handlungsunfähig. Viele Blätter, welche durch Kälte in Mitleidenschaft gezogen werden, bleiben dauerhaft zusammengeklappt. Einzelblätter kräuseln sich ein wenig, als wären sie vertrocknet. Später trocknen diese auch tatsächlich ein und fallen ab.

Herbst: Mimose betont trocken halten

Ein ganz Mimosen-Typisches Problem: ihr Wasserhaushalt. Mimosa pudica kann mit ihren Wurzeln nicht die Wasseraufnahme einzuschränken oder regulieren, wie andere Paflanzen. Vielmehr reguliert sie ihren Wasserhaushalt nur über die Verdunstungsoberfläche der Blätter. Dies setzt natürlich voraus, daß (besonders bei Nässe) auch genügend Wasser verdunstet werden kann. Was im Sommer draußen kein Problem ist, kann jedoch auch kritisch werden, speziell im Herbst oder bei Zimmerhaltung.

mimosa pudica gelbe blätter bei Nässe
Gelbstichige Blätter – Mimosa pudica hat zuviel Wasser

Erkennen kann man zuviel Nässe daran, daß sich gelbe Blätter bilden. Zunächstwerden Einzelblätter an den Blattspitzen ein wenig gelbstichig, später wird die Problematik offensichtlicher, ganze Blattrispen verfärben sich bis einzelne Blättchen dann total gelb sind und abfallen.

Ursachen an der Blattfarbe erkennen

Am Zustand der Blätter läßt sich gut erkennen, wo das Problem liegt:
=> Nässe-Schaden: Blättchen werden leicht gelb bis dunkelgelb, kräuseln sich nicht, Einzelblätter bleiben glatt doch fallen ab
=> Kälte-Schaden: Zusammengeklappte Blattrispen öffnen sich nicht mehr, kräuseln sich, werden graugrün, trocknen ein.
=> Ungeziefer: Blattrispen zusammengeklappt, Einzel-Blättchen fallen nach und nach ab, jedoch keine Gelbfärbung
[ACHTUNG: diese Symptome können auch in Kombination auftreten]

Mimosengebüsch Mimosa pudica BlätterMimose nach Kälte
Mimosen-Blätter normal (li.) und nach Kälte (re.)

Vielleicht ist man besser beraten, seine Mimosa pudica schon ab Spätsommer, also in den letzten August-Tagen, ins Zimmer zu nehmen. Dann wird die Umstellung zur nächtlichen Kälte nicht so deutlich und das Problem mit weniger Licht und Verdunstung ist vorweggenommen, läßt sich durch sparsame Wassergabe regeln. So würden nicht beide Schwierigkeiten zur gleichen Zeit auftreten. Einen Versuch wäre es Wert. Gut möglich, dass es für Mimosen eine verträglichere Umstellung wird.

Solange sich an den Zweigspitzen frische Blattknospen befinden, besteht kein Grund zur Sorge. Dort wo Knospen sind, wächst auch neues Grün nach. Dennoch ist Herbst immer kritisch für Mimosen, man muß seine Pflanze in dieser Zeit besonders genau beobachten, sonst kann schnell mal etwas schiefgehen.

[übersicht]

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zuletzt aktualisiert am 08.10.2018

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