Süßkartoffel – Bilanz einer Überwinterung im Kühlschrank

Im Herbst testete ich die Überwinterung der geernteten Süßkartoffeln im Kühlschrank. Ziel war Saatgut für dieses Jahr. Die Sache hat halbwegs gut funktioniert, die Bilanz sieht allerdings durchwachsen aus:

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Anleitung Überwinterung

Sinngemäß hieß die Empfehlung zum überwintern:
  • Überwinterung durch Lagerung der Süßkartoffeln in einem dunklen kühlen Raum (Keller)
  • Karton mit Hobelspänen /  Kleintierstreu füllen
  • Späne ganz leicht befeuchten
  • Hobelspäne bewirken, daß die Kartoffel Knollen weich, luftig und dunkel liegen
  • im Kühlschrank in einer Box überwintern funktioniert genauso
  • Regelmäßig bzw. monatlich ausreichende Feuchtigkeit und Fäulnis kontrollieren, faulige Knollen aussortieren.
  • ist Oberfläche der Knollen verschrumpelt, dann mehr Feuchtigkeit, denn die Kondensatwand vom Kühlschrank trocknet die Luft

Süßkartoffel Ergebnis der Überwinterung

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Wie gesagt, die Bilanz ist durchwachsen, aber das Ziel, Saatkartoffeln zu überwintern, ist erreicht. Beim ausbuddeln der Kartoffelknollen war folgendes zu beobachten:

  • Die Hobelspäne an der Oberfläche sind relativ trocken, bis in die Mitte der Box. Unten sind sie auf jeden Fall feucht genug.
  • Die Knollen sind unterschiedlich gut erhalten. Von den ganz dünnen sind viele zu seht vertrocknet, erst recht die oben liegenden.
  • Die in der unteren Hälfte liegenden Süßkartoffeln sind besser im Zustand, neigen aber dafür eher zur Fäulnis, woeder vor allem die dünneren
  • Die dicksten Kartoffelknollen sind am resistentesten sowohl gegen Trockenheit als auch gegen Fäulnis.
  • Die Ausbeute nach der Kühlschrank Überwinterung sieht wie folgt aus:
    – alle dünnen kleinen Süßkartoffeln (= knapp die Hälfte) sind zu vertrocknet oder zu faulig – Müll
    – von der 50% der größten Knollen ist bei einigen nur die Hälfte noch verwendbar, die andere ist faulig und müßte abgeschnitten werden.
    ? 2/3 Schwund, wenn man es großzügig betrachtet. Das ist zwar von einem Super Erfolg noch etwas entfernt, aber ausreichend für eine Balkonbegrünung aus eigener Nachzucht 🙂

Süßkartoffeln nach der Überwinterung im KühlschrankSaatgut Süßkartoffeln überwintern Ausbeute

Zustand der überwinterten Süßkartoffelnfaulige schrumplige gute Knollen nach Überwinterung Süßkartoffel

nächste Überwinterung – was kann man verbessern

Grundsätzlich war fast alles richtig, deshalb reichen für die nächste Kühlschrank – Überwinterung ein paar kleine Änderungen

  1. die Box muß oben geschlossen sein, damit die Hobelspäne gleichmäßig feucht bleiben und die oberen Süßkartoffeln nicht verschrumpeln
  2. auf richtige Feuchtigkeit und gegen Fäulnis muß tatsächlich monatlich (spätestens alle 2 Monate) ausgegraben und kontrolliert werden. Ich habe dieses Jahr gar nicht kontrolliert, nur monatlich leicht befeuchtet.
    Alle 2 Monate Kontrolle sollte locker machbar sein. Das wäre einmal über Weihnachten und einmal ende Februar – dann ist es ja schon wieder soweit …
  3. nur die größten Süßkartoffeln einlagern, die kleinen kann sollte man lieber essen, als sie im Frühjahr wegzuwerfen

So, jetzt ist genug gefachsimpelt, nun kommen die Süßkartoffeln endlich wieder auf den Balkon!

link zu: Ernte und Überwinterung

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zuletzt aktualisiert am 07.05.2016

2 Gedanken zu „Süßkartoffel – Bilanz einer Überwinterung im Kühlschrank“

  1. Hallo,

    ich hatte diesen Sommer ein ersten Anbauversuch gestartet mit lilafleischigen Süßkartoffeln, die wir am Ende unseres Winterurlaubs aus Südportugal mitgebracht hatten.
    Gelagert hatte ich diese von unserer Rückkehr Mitte März bis kurz nach den Eisheiligen luftig in einer Holzkiste in unserer Küche, wo die, die wir nicht geschafft hatten zu essen, schon von allein anfingen Triebe zu bilden, so wie man das von normalen Kartoffeln auch kennt.
    Die 4 stärksten Exemplare dann mangels Balkon oder Gemüsebeet in purem „Reifkompost“ in einen alten Wäschekorb aus Kunststoff mit Gitterwänden gepflanzt und in die wärmste sonnigste Ecke des Gartens gestellt, wo sich die Süßkartoffel-Triebe dann auch ganz praktisch gleich am Zaun hochranken konnten.
    Aus Zeitmangel hab ich nur mal ganz kurz in diesem Kübel gegraben bis jetzt und kam kaum durch die Erde durch vor lauter Knollen.

    Nun hab ich zwecks Frostschutz die Pflanze einfach wie sie grad war in den fensterlosen Keller umquartiert – so hat das Überwintern auch letztes Jahr mit den Yakon-Knollen geklappt, nur dass die dann (auch weil von den freilaufenden Hühnern meiner Nachbarn angefressen) im Frühjahr trotz knackig-frischer Haptik nicht mehr austreiben wollten.. Hätt ich die mal lieber gessen, die Yakons. Nun mal sehn ob ich noch die Zeit finde die Süßkartoffeln auszubuddeln oder ob ich das im Vorfrühling mach und hoffe einfach, dass mir im Keller keine Maus zuvorkommt 😀

    Danke übrigens auch für deinen Tip mit der Vermehrung der Süßkartoffeln aus Stecklingen, das werd ich kommende Saison auf jeden Fall ausprobieren um damit den Zaun dann (zwecks Wind- und Sichtschutz) ratz fatz zu begrünen 🙂

    Werde auf meinem Blog dann weiter von meinen Gartenexperimenten berichten.

    Herzliche Grüße aus der märkischen Sandbüchse,

    Sarah

    1. Hallo 🙂 Dir auch viel Spaß mit Deinem hübschen Blog, habe gerade mal reingesehen… Es ist immer wieder schön, wie der Erfahrungs-Austauch bei den ganz harten Pflanzenfreunden funktioniert. Zur Yakon (https://de.wikipedia.org/wiki/Yac%C3%B3n) mußte ich jetzt erstmal googlen. Voll interessant übrigens, daß es auch bei den Süßkartoffeln noch eine Sorte in Lila gibt! Danke für die Info.

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