Ananas selber ziehen mit Detlef Römisch

pflanzenlampe 3/3 – bauformen, vorteile, nachteile, preise, leuchtstofflampe, led, cob

Pflanzenlampen, Bauformen, Stärken

Generell sind für Zimmerpflanzen normaler Größe, also 10… 15cm Blumentopf und ca. 20 … 50 cm Höhe Hängeleuchten praktisch. Sie sind leicht zu befestigen und auch wieder zu entfernen und Pflanzen bevorzugen meist ohnehin Licht von oben. Im einfachsten Fall wird für wenige Euro eine E27 Fassung mit Kabel gekauft. Wahlt man eine glatte Fassung und schraubt dort einen PAR38 Strahler hinein, sieht das Ganze schon ohne Lampenschirm oder Verblendung gut aus.

Auch bei Leuchtstofflampen ist die hängende Bauform zu bevorzugen. Dabei kann mit etwas Geschick auch eine Lichtleiste von der Decke abgehängt werden, die ursprünglich für Wandbefestigung vorgesehen ist. Ein guter Reflektor ist bei Leuchtstofflampen wichtig und auch durchaus preislich relevant.

LEDs mit COB-Technik ermöglichen noch ganz andere Bauformen, mehr dazu jedoch im unteren Abschnitt.

Welche Arten Leuchtmittel, Vor-und Nachteile, Preise

Bei den PAR38 Strahlern gibt es LED, LED als COB und Energiesparlampe. Da die preislichen Unterschiede nicht nennenswert sind, sollte LED bevorzugt werden.

Die inzwischen gängigen Hochleistungs-LED mit 1 … 2 Watt pro enthaltener einzelner LED haben einen engen Lichtkegel (oft ~60Grad) und können weiter von der Pflanze entfernt sein.

COB ist eine Flächen-LED. Viele kleine LED sind auf einer meist münzgroßen Fläche zusammengefaßt. Der Lichtstrahl hat einen wesentlich breiteren Winkel (~120Grad), deshalb muß sie näher an der Pflanze plaziert werden.

Der PAR38 Strahler als Energiesparlampe macht zwar ein verträglicheres Licht für die Pflanzen, zerstreut aber mehr und benötigt evtl. eine Blende. Dafür ist sein Licht für einige empfindliche Pflanzen verträglicher.

Stehen mehrere Pflanzen nebeneinander, ist meist die Leuchtstofflampe das Mittel der Wahl. Die Leuchtstoffröhre selbst ist preiswert, für den effektiven Bertieb der Lampe ist jedoch ein Reflektor erforderlich, sodaß das Gesamtpaket Leuchtstofflampe oft nicht ganz billig ist.

LED vs Leuchtstofflampe

Generell kann man sagen, daß die LED aufgrund ihres gebündelten Lichtes immer dort Vorteile bringt, wo ein Spot zum Einsatz kommt, also dann, wenn eine rel. kleine Fläche zu beleuchten ist oder von der Lampe bis zur Pflanze eine gewisse Entfernung überbrückt werden muß.

Das Licht der LED ist von Hause aus gebündelt und sehr geradlinig. Das ist der Punkt, weshalb die LED in Sachen Effizienz eindeutig vorn liegt, obwohl der Wirkungsgrad von Leuchtstofflampe und LED nicht weit auseinander entfernt ist. Diese äußerst geradlinigen Lichtstrahlen haben jedoch auch einen Nachteil, der umso mehr zum tragen kommt, je großblättriger die zu beleuchtende Pflanze ist.

Jede Pflanze richtet ihre Blätter nach der Lichtquelle aus. Angestrebt wird, daß das komplette Blatt rechtwinklig zur Lichtquelle steht. In diesem Zustand wäre die maximale Lichtausbeute sichergestellt. Alle Blattflächen, die längs zur Lichtquelle stehen, bekommen in der Natur ihr Licht nur, weil die Sonnenstrahlen von der Umgebung reflektiert werden und so von einer völlig anderen Richtung auf nicht optimal ausgerichtete Blattflächen treffen.

Bei Zimmerpflanzen ist die Umgebung dagegen dunkel, das ist ja der Grund, warum beleuchtet wird. Das geradlinige Licht der LED trifft auf die gut ausgerichteten Blätter. Jene dagegen, die nach unten ausgerichtet sind oder von anderen abgeschattet werden, gehen fast leer aus, da aus der Umgebung kaum Streulicht reflektiert wird. Manche Pflanzen mögen so etwas nicht besonders.

Das Licht der Leuchtstofflampe ist dagegen in diesem Punkt verträglicher. Die Lichtstrahlen sind nicht so gebündelt, werden an einem großen Reflektor evtl. nochmals gestreut und damit ist die Beleuchtung weniger konzentriert, dafür gleichmäßig auf alle Blätter verteilt, was bei empfindlichen Pflanzen verträglicher ist. Die Distanz der Lampe zur Pflanze jedoch geringer gehalten werden, was manchmal optisch vielleicht weniger ansprechend ist. Für sehr große Pflanzen wiederum dürfte die Leuchtstofflampe erste Wahl sein, da hier mehrere Lampen für eine gleichmäßigere Ausleuchtung sorgen als LED-Spots.

COB der neueste Schrei

Mit der Weiterentwicklung der LED kommt ein ganz spannendes Thema auf den Tisch: Die nächste Generation der Pflanzenlampen. Durch Verkleinerung der LEDs ist es jetzt möglich, viele winzige LEDs nebeneinander zu plazieren. Sie befinden sich dann auf einer münzgroßen Fläche, welche mit einer klaren Kunststoffschicht vergossen ist. Dieses meist münzgroße Stück Leuchtmittel hat als Untergrund eine Leiterplatte mit Lötanschlüssen: ±12V – Fertig!!

Diese Elemente gibt es in Rund und auch rechteckig oder als 15 – 20 cm lange Streifen. Ein Element hat oft ca. 5 Watt. Dem Lampen-Design stehen nun völlig neue Wege offen. Denkbar wäre die Plazierung mehrerer solcher Elemente auf einem biegsamen einstellbaren Drahtgestell, als kreisförmige Anordnung oder zwei V-förmig plazierte Lichtleisten. Ich hätte sofort eine Menge Gestaltungsideen …

Anschlußseitig bringt die 12V Technik für alles, was nach dem Trafo kommt, sicherheitstechnisch eine erhebliche Vereinfachung. Das Thema COB werden wir in Zukunft hier bestimmt noch tiefgründiger behandeln. Vielleicht hat der Eine oder Andere daraus schon etwas selbst gebaut?


zuletzt aktualisiert am 29.01.2016

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