Ananas selber ziehen mit Detlef Römisch

petersilie als bonsai

Eine gewöhnliche Petersilie wird zur Bonsai-Palme

[Mehrjährige Petersilie bildet Stamm]

Was ist das wohl für ein eigenartiges Gewächs … Es ist eindeutig (häää?) … eine Petersilie. Vermutlich im November 2011 erblickte sie das Licht der Welt, in irgendeiner Gärtnerei, zusammen mit diversen Geschwistern in einem Topf…

Petersilie Bonsai

… Schon kurz darauf wurde sie in der Gemüseabteilung eines Lebensmittelmarktes verkauft, um zur Weihnachtszeit die Speisen zu garnieren.
Im diesem weihnachtlichen Überfluß bleibt gewöhnlich einiges liegen. Auch ein Rest dieser Petersilie hatte Glück. Etwa 5 einzelne Pflanzen überlebten das Fest ungeschoren. Ich gab ihnen gelegentlich einen Schluck Wasser. Vom Hobby-Gärtner war ich damals noch Meilen weit entfernt, vielmehr war da die Hoffnung, die Überbleibsel noch einmal verwenden zu können.
Ungefähr 2 Monate später: trotz inzwischen regelmäßiger Wassergabe und Beachtung war es mir nicht möglich, die Pflänzchen zu erhalten. Es waren nur noch zwei übrig. Mich hatte der Ehrgeiz gepackt – es kann doch nicht so schwer ein, eine billige Petersilie durchzubekommen.
Auf Anregung eines Bekannten topfte ich den spärlichen Rest aus der mitgelieferten Torf-Erde in ganz normale Garten-Erde um. Die mitgelieferte Erde wäre angeblich oft nicht optimal – einfache Gartenerde geht meist besser. Gesagt, getan. Es war sowieso nicht mehr viel los mit den dünnen Blättchen der restlichen Pflanze. Und siehe da: das war der Durchbruch!! Von nun an ging es steil bergauf.
Langsam gefiel mir der Gedanke, eine völlig normale Küchenpflanze wie etwas besonderes zu halten. Ich gewöhnte mich ans regelmäßige gießen und es gab keine Zwischenfälle. Die alten Blattstiele schnitt ich immer ab, wenn sie welk wurden. Nur essen mochte ich meine Petersilie nicht. Ich freute mich, wenn es ihr gut ging.
Nach 2 Jahren war schon ein ansehnlicher Stamm entstanden. So hatte man eine Petersilienpflanze wohl noch nicht erlebt. Ein Stamm wie eine kleine Palme (17mm Durchmesser) und weit ausladende Wedel, welch eindrucksvoller Anblick …
Zu meinem Erschrecken mußte ich hören, daß viele Pflanzen   meistens nur 3-Jährig wären. Zwei Jahre Wachstum und im dritten Jahr die Blüte, dann wars das. Ich hoffte, daß meine Petersilie anders ist 🙂
Nach 3 Jahren und zwei Monaten erfreut sich meine Petersilie immer noch bester Gesundheit. Geblüht hat sie nicht, wächst aber fleißig und bildet neue Wedel aus. Inzwischen bekommt auch das Kaninchen der Tochter gelegentlich ein paar Blätter ab. Da der Wasserbedarf im Sommer zeitweise enorm war, steht die Pflanze jetzt im Ton-Granulat. Der kleine Untersetzer ist so bemessen, daß man ihn täglich einmal mit Wasser füllen kann. Das Granulat saugt das Wasser auf und die Füllung reicht für einen Tag.

Übertopf hat sich nicht bewährt. Dadurch, daß die Pflanze dann von oben gegossen wird, ist das Granulat oben zu oft feucht und neigt zur Schimmelbildung [link]. Diese tritt meist im Herbst auf, wenn draußen die Luftfeuchte steigt. Dann ist es auch drinnen auch feuchter. Dieser Zustand hält an bis zum Beginn der Heiz-Periode. Wenn es draußen zunehmend kälter wird (ab <5°C) und drinnen geheizt wird, sinkt die Raum-Luftfeuchte wieder und das Problem verschwindet. Im Frühling ist dies auch kein Thema, denn dann ist es draußen wieder wärmer und irgendein Kippfenster steht immer offen.
Ungeziefer konnte ich ich an der Petersilie bisher nicht feststellen, sie scheint dagegen sehr restistent zu sein. Während andere Pflanzen in der Nähe mit Spinnmilben und Wollläusen zu kämpfen hatten, war die Petersilie bisher total robust.
Temperaturen im niedrigeren Bereich sind der Petersilie offensichtlich am angenehmsten. Bei herbstlichen und winterlichen Raumtemperaturen von ca. 19 (±2) °C herrschen auf dem Fensterbrett ungefähr 2°C weniger. In Kombination mit der natürlichen Beleuchtung des nach Süd-Ost ausgerichteten Fensters herrschen dann optimale Wachstumsbedingungen. Petersilie wächst also am besten bei niederiger Temperatur.
Schwierigkeiten kommen erst bei sommerlicher Hitze. Auch andere Pflanzen mögen sowas nicht, die Petersilie hat z.B. erhöhten Wasserverbrauch. Es reicht nicht, abends den Untersetzer mit Wasser zu füllen. Die Pflanze hängt am nächtsen Abend manchmal schon wieder durch. Wenn die teilweise über 25cm langen Wedel einmal schlapp gemacht haben, richten sie sich nur selten wieder vollständig auf. Meist bleiben sie mehr oder weniger in der Hänge-Position. Der Versuch, einen größeren Untersetzer zu verwenden, sodaß noch Gießwasser darin stehen bleibt, welches die Pflanze im Laufe des Tages zieht, schlug fehl. Bei zuviel Wasser kommt der gewohnte Kreislauf schnell zum erliegen, es wird plötzlich weniger Wasser gezogen, Staunässe bildet sich. Das schadet der Pflanze und sie dümpelt vor sich hin, die Blätter werden blass und gelb. Dann ist Vorsicht angesagt. Sie darf eine Woche (oder länger, aber mit Fingerspitzengefühl) nicht gegossen werden. Ziel ist, das Substrat wieder trocken zu bekommen und Fäulnis zu vermeiden. Ein paar derartige Rückschläge in Folge und der Sommer ist vorbei. Schön für die Petersilie, denn anschließend gehts bei ihr mit kühleren Wohlfühl-Temperaturen ordentlich weiter…

Erde oder Tongranulat ? Ich habe im Laufe der Jahre  mehrmals gewechselt.
Die Erde beim Kauf war auf Dauer nicht verwendbar. Es war ganz lockerer Torf bzw. kokosartiges Substrat, in dem sich kaum Wurzeln halten können. Die Petersilie wurde darin immer weniger, bis ich sie in normale Gartenerde gepflanzt habe. Von da an wuchs sie richtig gut.
Ein bis zwei Jahre später kam bei mir Tongranulat in Mode. Mir gefiel daran vor allem, daß es immer ordentlich aussieht. Und weil zu dieser Zeit die Wurzeln der Petersilie den bisherigen Topf voll ausfüllten sowie das Speichervermögen an Wasser über den Tag nicht ausreichte, mußte ein ca. 3cm größerer Blumentopf her. Den zentralen Wurzelballen, der sich in der Erde bisher gebildet hatte, habe ich fast komplett gelassen. Er bestand auch mehr aus Wurzeln als aus Erde, daran ging nichts zu entfernen. Ringsherum habe ich ungefähr 1…2cm Tongranulat aufgefüllt. Das war erstmal wieder genug Wasserspeicher. Die Petersilie wächst in dem Tongranulat ganz normal weiter. Nur irgendwann verkalkt das Granulat und sieht schon nach ein paar Monaten nicht mehr so ordentlich aus wie am Anfang. Nach einem Jahr hatte ich auch den Eindruck, daß das Granulat nicht mehr so gut das Wasser speichert. Oder ist die Petersilie inzwischen so viel größer geworden?
Da mir schon damals beim Rücktopfen der Mimose in Erde aufgefallen war, daß Tongranulat schlechter durchwurzelt wird, wollte ich auch bei der Petersilie sehen, was unten im Blumentopf los ist.
Und siehe da, auch das Tongranulat ist durchwurzelt. Aber mit dem Wurzelballen, der früher in der Erde entstanden ist, ist das nicht zu vergleichen. Die Wurzeln im Tongranulat sind ausnahmslos ganz hauchzarte Fasern, die eng vernetzt sind. Diese Faserwurzeln sehen aus wie Müzel und reißen ganz leicht ab, wenn man versucht, etwas Granulat abzustreifen. Stärkere Wurzeln, also bis 3mm Querschnitt, haben sich im Tongranulat nicht gebildet. Diese befinden sich nur im Kernbereich edes Wurzelballens, der sich in der Erde gebildet hatte. Nachdem das Tongranulat weitestgehend entfernt ist, habe ich den verbleibenden Spalt im Blumentopf wieder mit normaler Blumenerde (1/3 Torf Substrat beigemischt) aufgefüllt. Das beigemischte Torf-Substrat speichert Wasser sehr gut und diese Mischung sollte auch wieder besser durchwurzeln.


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zuletzt aktualisiert am 26.11.2015

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