Ananas selber ziehen mit Detlef Römisch

mimose richtig verschneiden – mimosa pudica pflege

mimosa pudica neigt von Natur aus zu etwas krakeligem Wuchs. Weil es immer wieder grundsätzliche Unsicherheit gibt, ob man Mimosen wirklich zurückschneiden darf, möchte ich hier etwas ins Detail gehen und eine kleine Anleitung geben.

Formgebung und Gestaltung der Mimose

Spätestens, wenn die Mimose den Winter überstanden hat und ins zweite Jahr kommt, sollte man sich Gedanken über die Gestaltung der Pflanze machen. Ich würde vorschlagen, die Form eines Bäumchens anzustreben, auch wenn es in der Realität dann meist eine Strauchform wird. Die Formgebung ist bei der Momose eben wegen des sparrigen Wuchses etwas schwierig.

Und weil immer wieder die Frage auftaucht, ob man Mimosen überhaupt zurückschneiden darf, möchte ich noch einen draufsetzen und behauten: Man muß es sogar!

Im Gegensatz zu dem, was man manchmal liest, verblutet da überhaupt nichts. Doch wenn man weiß, daß die Lieblingspflanze schon beim anfassen zusammenklappt, ist es anfangs eine kleine Mutprobe, davon gar noch etwas abzuschneiden. Die verletzte Schnittstelle verheilt jedoch genausogut, wie bei jeder anderen Pflanze auch. Ob man nur das Blatt anfaßt oder einen ganzen Ast abschneidet: Die Reaktion der Mimose ist die gleiche, sie klappt jeweils ein paar Blätter zusammen und erholt sich auch von beiden Ereignissen gleich schnell.

Warum MUß man die Mimose zurückschneiden

Bei der mehrjährig gehaltenen Mimose ist das schon fast Pflicht, denn speziell mimosa pudica neigt dazu, immer längere Äste zu bilden. Schneidet man nicht zurück, hat man am Ende nur ein oder zwei lange Äste, die auf dem Boden liegen und später dann nur vorn an der Spitze ein paar Blätter haben.

Nur wenn man diese Äste rechtzeitig einkürzt, ist die Mimose in der Lage, ihre Äste zu verzweigen und einen dickeren Stamm zu bilden. Selbst aus dem alten Holz des Stammes können später wieder neue Triebe spriessen.

Grundregeln zum Verschneiden der mimosa pudica

Die Regeln zum Verschneiden der Mimose sind nicht anders als bei anderen Pflanzen auch. Da bei der Mimose keine saisonalen Kriterien wie Ernte etc. zu beachten sind, ist der Verschnitt nicht jahreszeitlich gebunden.

Es erscheint deshalb vorteilhaft, die Pflanze zu schonen, indem kein Radikalschnitt durchgeführt wird.
Rufen Sie sich zuerst Ihr Gesamtkonzept in Erinnerung. Welche Form soll die Pflanze später einmal haben? Bäumchen, Strauch, Busch? Sehen Sie sich ein paar Videos an, in denen erklärt wird, wie man Obstbäume verschneidet. Auch wenn das weit her geholt scheint, darin sind wichtige Grundlagen enthalten:

  • Je älter das Holz, umso schwieriger wird es, daß daraus junge Triebe wachsen.
  • neue Triebe wachsen immer am besten aus den Trieben vom vorhergehenden Jahr.
  • Je länger man die Triebe vom Vorjahr läßt, umso krakeliger wird das Ganze in Zukunft. Es ist also ein MUß, den ersten Austrieb am Vorjahres-Holz zu fördern und im Gegensatz dazu die weiter außen liegenden zu stutzen [Foto].
  • Des Weiteren sind Knospen und Triebe, die sich aus dem Stamm oder aus älterem Holz herausarbeiten, absolut zu bevorzugen. Sie kommen sehr schwer, brauchen viel Licht und lange Zeit, neigen am Anfang leicht zum steckenbleiben oder absterben. Junge Triebe vom Stamm können aber im Erfolgsfall das Gesamtbild der Pflanze voller erscheinen lassen oder Fehler der Vergangenheit wieder korrigieren, gerade bei der Mimose mit ihren eigenartigen Wachstum ist das wichtig und vorteilhaft.
  • Es gibt auch Regeln, denen zufolge blüht z.B. nur das Holz vom Vorjahr etc. , die Mimose blüht an den Spitzen der diesjährig gewachsenen Äste, also an den ganz neuen, frischesten Zweigen.
mehrjährige Mimose mimosa pudica neue Triebe aus altem Stamm
alter Stamm und neue Triebe – Mimose machts möglich

Zum abschneiden suchen Sie sich abhängig von Wunschvorstellung und Beschaffenheit Ihrer Pflanze ein paar Äste aus:

z.B.: Zu kahl und lang ausladend und mit einem neuen Austrieb (oder Knospe) gleich unten am Beginn des Zweiges: Das wäre so ein Kandidat zum einkürzen – also gleich ein Blatt nach dem neuen Trieb den alten Ast einkürzen [Foto]

Ziel beim Rückschnitt

  • die Pflanze möglichst kompakt halten
  • junges Holz in Stammnähe zu fördern
  • junges Holz möglichst gleich an der ersten Knospe aus dem alten Holz sprießen zu lassen
  • altes Holz einzukürzen, ohne junges Holz oder Knospen dabei zu verlieren

Es wird dabei immer Kompromisse geben. Wichtig ist vor Allem: überstürzen Sie nichts. Keinen Kahlschlag, sondern lieber gelegentlich immer nur mal einen Ast einkürzen. Nach ein paar Wochen den nächsten. Oder wenn der erste Rückschnitt zu zögerlich war, lieber später nochmal nachkürzen.

Wenn Sie die Mimose schonen wollen, dann begutachten Sie die Pflanze tagsüber im ausgeklappten Zustand und schneiden den gewählten Zweig erst am späten abend ab. Die Pflanze ist dann sowiese eingeklappt und der Rückschnitt ist noch verträglicher.

Und dabei das Gesamtkonzept dabei immer im Auge behalten! Wie soll meine mimosa pudika in Zukunft einmal aussehen…


zuletzt aktualisiert am 27.02.2016

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