Mimose wärend der Behandlung gegen Spinnmilben

mimose ? problem spinnmilben erkennen und bekämpfen

Die Mimose ist eine der typischen Zimmerpflanzen, die regelmäßig von Spinnmilben befallen werden.

Mimose mit Blattverlust – mögliche Ursache

Bei flüchtigem Hinsehen erkennt man Spinnmilben erstmal überhaupt nicht. Vielmehr sieht man bei aufmerksamer Beobachtung der Pflanze, daß vermehrt Blätter gelb werden oder absterben. Daß die mimosa pudica gelegentlich mal ein Blatt verliert, ist normal. Sind es jedoch mehrere gleichzeitig, ist genauer zu untersuchen, welche Ursache das hat. Denn ein eindeutiges Anzeichen für etwas ganz bestimmtes ist Blattverlust bei der Mimose keineswegs, es gibt verschiedene Ursachen:

  • Gießmenge, Bodenfeuchtigkeit
  • wenn nach dem Umtopfen: war es das richtige Substrat?
  • Zugluft oder trockene aufsteigende Luft vom Heizkörper
  • Wärmestrahlung bei künstlicher Beleuchtung
  • zuviel od. zu lange Sonneneinstrahlung im Sommer
  • Ungeziefer

Woran erkennt man Spinnmilben

Erste Anzeichen dafür sind Blätter, die vermehrt gelb werden und absterben. Bei stärkerem Befall klappt die Mimose die Blätter nicht mehr ordentlich auseinander. Vermutlich führen die ständigen Einstiche der Spinnmilben zu einer starken Reizung der Pflanze.

Wenn die im vorherigen Abschnitt aufgelisteten Ursachen ausgeschlossen werden können, ist Ungezieferbefall das naheliegendste. Wenn Ungeziefer, dann werden es mit höchster Wahrscheinlichkeit Spinnmilben sein.

Im Anfangsstadium

Um Spinnmilben im Frühstadium zuerkennen, sollte man sich die Pflanze tatsächlich so nahe wie möglich vor die Nase halten.
Vorsicht! Verletzungsgefahr – die Mimose hat Stacheln 😉
Gegebenenfalls auch eine Lesebrille aufsetzen. Hauptsächlich an den Blattstielen und Ästen erkennt man dann winzige Tierchen.

Starker Befall

Bei stärkerem Befall sind auch winzige Spinnenweben zu erkennen. Das Gespinnst liegt auf den Fasern der Äste locker auf oder spannt sich von den Dornen bis auf den Zweig oder Blattstiel, also eher ganz flach angelegt, kein richtiges Netz wie bei der Spinne.

Noch besser sichtbar werden die Fäden, wenn man die Pflanze mit dem Wassersprüher ein wenig einsprüht. Die Wassertröpfchen bleiben dann an den Fäden kleben und lassen diese dadurch dicker aussehen.

Wird nicht sofort reagiert, kann das Problem schonmal soweit auswachsen, bis die Mimose alle Blätter verloren hat. Was ist zu tun?

Mimose wärend der Behandling gegen Spinnmilben Bekämpfung
Patient in Behandlung – mimosa pudica wird mit Bi 58 eingesprüht

Schädlingsbekämpfungsmittel oder andere Maßnahmen

Ich persönlich verwende in solchen Fällen immer Bi 58 (Hersteller: compo). Nach wirksamen alternativen Methoden habe zwischenzeitlich recherchiert, es stehen zwei zur Auswahl, welche mich jedoch nicht voll überzeugen konnten:

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen

Spinnmilben entwickeln sich am besten bei trockener Luft. Die idealen Lebensbedingungen herrschen also im Winter wärend der Heizperiode und vermutlich dann am „optimalsten“ auf der Fensterbank. Denn unter dem Fenster befindet sich fast immer der Heizkörper, über dem die trockene warme Luft aufsteigt.

Ein Wechsel des Standortes ist meist nicht möglich, da es nur am Fenster hell genug ist. Auch wo anders wäre die normale Zimmer-Luftfeuchtigkeit bei weitem noch zu niedrig um Spinnmilben zu bekämpfen.

Regelmäßiges Einsprühen ist wirkungslos, weil das Sprühwasser schnell wieder verdunstet. Beim zu häufigen Besprühen wird eher ein Negativ-Effekt eintreten, weil die Mimose ständig gestört wird und die Blätter einklappt.

Folietüte als Umhüllung wird gelegentlich als Idee gebracht. Das mag die einzige Möglichkeit sein, die Wirkung zeigt. Innerhalb der Folienhülle würden dann um die 90% Luftfeuchtigkeit herrschen, was der Entwicklung der Spinnmilben mit Sicherheit nicht förderlich ist. Ein vielversprechender Ansatz, der allerdings drei Probleme mitbringt:

  1. Bei einer mehr mehrjährigen Mimose müßte die Folie schon recht groß sein und darf auch nicht an den Blättern anliegen. Mit jeder anderen Zimmerpflanze wäre das unkomplizierter zu handhaben.
  2. Die Spinnmilben scheinen sich bei hoher Luftfeuchte nur schwerer zu entwickeln. Zügiges absterben ist damit wohl eher Wunsch als Realität.
  3. Als Dauerlösung ist diese Lösung unpraktisch und optisch nicht ansprechend.
  • Neemöl

Neemöl wird oft für Nutzpflanzen empfohlen. Es wird in warmem Wasser oder Milch aufgelöst, verdünnt und dann entweder auf die Blätter gesprüht oder gegossen.

  1. Beim vergießen wirkt es systemisch, wird also von den Wurzeln aufgenommen. Gießen von mehrjährig gehaltenen Zimmerpflanzen mit ölhaltigen Mitteln erscheint jedoch nicht optimal, die Wirkung tritt zudem sehr verzögert ein und ist abhängig von der Wasseraufnahme der Pflanze.
  2. Beim versprühen von Neemöl tritt sofortige Wirkung an den Blättern ein, und die ist wohl fast immer erwünscht. Neemöl muß also versprüht werden, es sei denn, es sind Schädlinge zu bekämpfen, die sich in der Erde einnisten.
  3. Mehrmalige Behandlung, z.B. in ein- bis zweiwöchigem  Abstand wird empfohlen. Der Lebenszyklus von Spinnmilben beträgt temperaturabhängig 2-5 Wochen, bzw. vom Ei bis zum Erwachsenen Tier ca. 1 Woche.

Offensichtlich hat Neemöl als sog. biologisches Mittel einen gewissen Charme. Auch wenn es Neem-Produkte im Drogerie- und Kosmetikbereich gibt, ist als Pflanzenschutzmittel erworbenes Neemöl mit Vorsicht zu verwenden: ? nicht mit dem Eßlöffel umrühren, ? nicht auf die Haut ? Sprühnebel nicht einatmen.

  • Compo Bi 58

ist derzeit als gesundheitsschädlich eingestuft und deshalb m.E. vorzugsweise für Zierpflanzen zu verwenden. Es gibt sicherlich noch zahlreiche andere Mittel mit vergleichbarer oder ähnlicher Funktion. Aufgrund der überzeugenden Wirkung war es jedoch für mich bisher nicht erforderlich, etwas anderes auszuprobieren.

Speziell für die Mimose ist bei der Anwendung zu beachten:

  1. Es gibt Spray und Tropfen. Bei Pflanzen mit dünnen oder empfindlichen Blättern (mimosa pudica, cyperus papyrus etc.) ist vom Spray dringend abzuraten. Vielmehr sind die Tropfen gemäß Anleitung in Wasser zu geben und mit einer Sprühflasche auf die Blätter aufzubringen.
  2. Anwendung erfolgt im Freien. Wenn möglich ist ein windstiller Tag abzuwarten, die Außentemperatur sollte verträglich sein. Mimose vorsichtig transportieren, sodaß die Blätter wärend der Anwendung noch geöffnet sind. Der Blumentopf wird mit einem eingeschnittenen A4-Blatt so abgedeckt, daß er nicht mit dem versprühten Mittel benetzt wird (wg. Berührung beim Transport)
  3. Blätter und Stamm tropfnass von allen Seiten einsprühen
  4. Abtrocknen lassen, also die Papierabdeckung vom Topf entfernen und die Mimose anschließend noch eine Weile draußen stehen lassen, bis die Tropfen an den Blättern getrocknet sind.

Regelmäßige Kontrolle der gefährdeten Pflanzen

Bei der Mimose kann man regelrecht darauf warten, daß das alte Problem wieder auf den Tisch kommt:

Einmal im Spätherbst (Okt./Nov.), einmal mitten im Winter (Jan.)  und einmal im Frühjahr (Apr.) ist der Kampf gegen die Spinnies an der Tagesordnung. Im Sommer vielleicht auch nochmal zwischendurch, aber nicht so zuverlässig 😉

Deshalb abschließend als Vorschlag für die Wintermonate:

Bei den üblichen Verdächtigen entweder eine vorbeugende Behandlungsmaßnahme durchführen oder
💡 verschärfte Kontrollen einführen, wenn 2 Monate ohne sichtbaren Spinnmilbenbefall überschritten wurden 💡


zuletzt aktualisiert am 10.01.2016

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