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Mimosa pudica – die MimoseMimosenknospe

[Mimose mimosa pudica mehrjährige Pflege, verschneiden, düngen, Blüte]

Der Anfang: Eine neue Pflanze muß her. Etwas ausgefallen, nicht zu gewöhnlich, auf jeden Fall interessant und zum bestaunen. Bei diesem Anforderungsprofil wirds vor allem für den Einsteiger eng. Naheliegend ist zunächst eine fleichfressende Pflanze. Wäre jedem so gegangen und deshalb war dies nicht der Kandidat der Wahl. Letztendlich kam dann die Mimose ins Spiel, denn Bewegung verschafft Aufmerksamkeit.

Mitte Januar, bald ist Frühling und wer zuerst säht, kommt zuerst 🙂
mehrjährige Mimose mimosa pudica mit StammDer Blumentopf mit der Aussaht stand anschließend ca. einen Monat auf dem Tisch und es passierte: nichts. Es ist also nicht genug, wenn nur der Plan steht, auch die Natur muß mitmachen. Die Samentüte gab es für wenig Geld im Gartenmarkt, die Hälfte davon war jetzt noch übrig. So sähte ich noch ein zweites mal in denselben Topf. Und 2 Wochen später, also
Anfang März waren tatsächlich erste Lebenszeichen erkennbar. Aus knapp 10 Samenkörnern keimten 4 kleine Mimosen. Entweder waren die Bedingungen mieserabel oder das Zeug war total alt. Mehr vom Samen ging auch später nicht auf. Nicht viel aber immerhin, die Freude war groß und die Neugier nicht minder.

Anfang oder mitte Mai stand der Urlaub vor der Tür. Drei der Pflänzchen waren schon ca. 10cm hoch und weil zuviel los war im Büro, nahm ich sie mit nach Hause, um ein regelmäßiges Gießen sicherzustellen. Rückwirkend würde ich vom Transport solcher Pflanzen eher abraten: Trotz ordentlicher Transportbox starben durch das Geschüttel auf der halbstündigen (vorsichtigen) Autofahrt von den jeweils ca. 3 Blättern pro Pflanze mehr als die Hälfte später ab. Der Anblick auch 2 Wochen nach dem Transport war sehr ernüchternd.

Natürlich haben die Pflanzen sich wieder erholt. Im Laufe des zeitigen Sommers wurden sie vereinzelt, jede in einen separaten 13cm Blumentopf [link umtopfen]. Dann folgte im Verlauf des Sommers ein teilweise recht krakliges Längenwachstum. Zwei der Pflanzen kamen später sogar auch über den Winter und blühten dann im nächsten Jahr:

Die Mimose ist also mehrjährig, ganz eindeutig. Oft wird sie jedoch nur einjährig gehalten und jedes Frühjahr neu ausgesäht. Der Grund ist nachvollziehbar: Wenn man die Mimose nicht verschneidet [link], hat sie keinen schönen Wuchs und die Pflanze mühsam über den Winter zu bringen ist auch nicht jedermanns Sache.

Die Blüten der mimosa pudica sind kleine rosa Bällchen, die total niedlich aussehen [link]. Wenn sich die Mimose wohlfühlt, blüht sie bei mir bis Anfang Dezember. Da im Zimmer gewöhnlich keine Insekten zum bestäuben unterwegs sind, muß man schon selbst etwas nachhelfen, um Samen zu gewinnen. Hier die Anleitung: Mit einem kleinen Zeichenpinsel wird die Blüte betupft (Pflanze dabei vorsichtig festhalten) und gleich darauf gehts mit dem selben Pinsel zur nächsten Blüte. Wenn die Bestäubung erfolgreich war, bilden sich später nach der Blüte kleine Schoten mit 2 … 5 Segmenten aus. Darin befindet sich pro Segment eines der Samenkörner.

Eine meiner Mimosen kommt jetzt schon ins vierte Jahr (2015). Sie hat unten einen knapp 10mm Stamm, verzweigt schon nach wenigen Zentimetern und wird (hoffentlich) später mal ein kleiner Busch.

Darf man mimosa pudica verschneiden?

Natürlich muß die Mimose zurückgeschnitten werden, wenn die Triebe zu lang werden. Dadurch bleibt die Pflanze kompakter und sieht wesentlich schöner aus. Eine etwas detailiertere Anleitung zum Thema Verschneiden wird in einem separaten Artikel gegeben.

Vermehrung durch Stecklinge

Vermehrung durch Senker bzw. Stecklinge ist möglich, aber schwierig. Meine zweite Mimose entstand aus einem abgeschnittenen Ast. Dieser stand 1… 2 Monate in einer mini Vase und bekam tatsächlich Wurzeln. Es war ganz einfach! Der Erfolg solcher Versuche ist jedoch wechselhaft und in Richtung Herbst vermutlich nicht mehr  so erfolgreich wie im Frühling und Sommer. Wenn sich 2cm Wurzel gebildet haben, sollte man die kleine Mimose schnell in Erde umtopfen, denn bei zu langem zögern kann es passieren, daß die Sache wieder ins stocken kommt und die Blätter zurückgehen, obwohl der Anfang erfolgreich war. Vermehrung durch Samen funktioniert vergleichweise wesentlich besser.

mimosa pudica und Tongranulat (Seramis etc.)

Übrigens: auch Tongranulat funktioniert bei Mimosen. [Foto] Nachdem meine Mimosen zwei Jahre in normaler Gartenerde richtig gut gewachsen sind, stellte ich einige meiner Blumentöpfe auf Tongranulat um. Meiner Meinung nach sieht das so (zumindest am Anfang) schöner und ordentlicher aus als die Blumenerde. Nachdem meine Dieffenbachie damit richtig prächtig wurde, sollte trotz allem pro und kontra (was man so lesen kann) auch die mimosa pudica in Tongranulat. Den Versuch war es Wert und bei guter Beobachtung konnte eigentlich nichts schief gehen.
Meine beiden Mimosen wuchsen im Tongranulat genauso gut weiter, bekamen neue Zweige und blühten reichlich und lange. Die Pflanzen kamen auch super über den Winter. Schwierig war die zeitweise Schimmelbildung auf dem Granulat und gelegentlich auch zuviel Wasser. Gegen den Schimmel hilft punktuelles gießen, gegen zuviel Wasser hilft Feingefühl und entfernen des Übertopfes [link]. Deshalb sah auch das Tongranulat nach einem dreivierrtel Jahr nicht mehr so schön aus wie am Anfang und nun kam die Kehrtwende.
Mimose zurück in Erde
: Das Granulat ließ sich erstaunlich leicht lockern bzw. rieselte schon beim umdrehen aus dem Blumentopf. Insgesamt finde ich jetzt folgende Details bemerkenswert: Das Granulat war nicht oder nur unwesentlich durchwurzelt, nur der Ballen mit der alten Erde war dicht und fest. Obwohl die Mimose unten trotz Tongranulat ein paar Wurzeln aus dem Topf streckte, waren jene Wurzeln, welche sich im Granulat befanden, dünn, vereinzelt oder inzwischen wieder verkümmert. Auf der Erde des alten Wurzelballens hatte sich an der Oberfläche leichtes Moos gebildet. Dem Anschein nach ist Tongranulat deshalb also zumindest für die mimosa pudica doch nicht ganz optimal, zumindest nicht auf Dauer. Auch wenn sie rein äußerlich zunächst normal wächst, könnte es langfristig Probleme geben.

Mimose umtopfen

Das entfernen des alten Blumentopfen ist etwas schwierig, weil man die Blätter dabei schonen muß. Ein anstoßen, einklemmen oder biegen der Blätter ist bei der Mimose auf jeden Fall zu vermeiden oder zumindest so weit es geht einzuschränken. Am schwierigsten zu handhaben sind dabei die kleineren Pflanzen. Je größer die Mimose, um so griffiger und einfacher wird die Umtopf-Aktion. Zunächst ist der Wurzelballen im Blumentopf zu lockern. Dünnwandige Töpfe aus Kunststoff kann man außen etwas kneten, bei stabileren Töpfen evtl. durch das untere Loch mit einem Stab den Ballen hochdrücken. Tontöpfe können innen mit einem Messer umrundet werden. Ist der Wurzelballen locker, arbeitet man besten zu zweit weiter: einer hält und beschützt Stängel und Blätter der Mimose, der zweite entfernt überschüssige alte Erde (und nur ganz wenig Wurzeln), plaziert den Wurzelballen um neuen Blumentopf und füllt neue Erde auf. Vier Hände sind wirklich sehr praktisch. Bitte beachten, daß die Mimose im neuen Topf auch gerade steht. Sollte sie zwischen Wurzelballen und Stiel nicht stabil genug sein, also wenn sie umfällt oder sich neigt, kann ein Schaschlykspiess als Stützstab eingesetzt werden. Die Kabelbinder mit verwenden, so wie ich es unter cyperus alternifolius beschrieben habe und keine Angst: Dies ist nicht die Dauerlösung. Ein wackliger Stamm verfestigt sich mit der Zeit. Und wenn der Stützstab eines Tages entfernt wird, dann ist der Stamm vorbildlich gerade, genauso wie wir ihn haben wollten.

Vorsicht mit Staunässe

Absolute Vorsicht ist vor zuviel Wasser angesagt. Wärend man bei zu wenig Wasser noch als Warnzeichen sehen kann, daß die Blätter schlaff werden, gibt es bei zuviel Wasser (speziell bei nassen Füßen) erstmal keine Auffälligkeiten. Bis dann die ersten Blätter abfallen. Besonders gefährdet sind Pflanzen mit Übertopf, weil man dort stehendes Wasser nicht sofort sieht. Mein Tip ist deshalb, auch wenns nicht so schön aussieht:

Bei Mimosen keinen Übertopf verwenden. Selbst wenn man den Blumentopf bei ersten Anzeichen sofort trockenlegt, ist es nicht zu verhindern, daß viele Blätter abfallen. Es dauert dann schonmal 1 … 2 Monate, bis das Pflänzchen wieder annähernd so aussieht wie vorher.


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zuletzt aktualisiert am 05.02.2016

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