bgbm.de

Botanischer Garten Berlin – exkursion der besonderen art

Der Botanische Garten in Berlin ist als Ausflugsziel im Urlaub tatsächlich eine Extra-Tour Wert. Und das nicht nur für den Pflanzenfreund, auch der Laie wird hier einiges wiedererkennen. Links neben dem Eingang befindet sich gleich das Botanische Museum , wir lassen uns aber davon nicht ablenken …
Der Eintritt ist nicht wie in Dresden ganz kostenlos, jedoch durchaus günstig, es gibt eine große und eine kleine Familienkarte (kleine Familienkarte = 1 Erwachsener und 2 Kinder). Kostet dann 7 €, ist nur 1 € mehr als ein einzelner Erwachsener, sehr günstig.

Beitrag mit Fotos-Genehmigung:
Der Botanische Garten Berlin fordert, für die Veröffentlichung von Fotos eine Genehmigung einzuholen. Diese wurde für pflanzenspass.de erteilt, sodaß der Artikel jetzt mit Bildern verfügbar ist.

Gewächshäuser als zentraler Teil der Anlage

Nach dem Eingangstor läuft man auf der Hauptallee direkt auf die großen Gewächshäuser zu. Dabei befindet sich auf der linken Seite schon mal zur Einstimmung ein interessanter Bereich mit Sumpfgräsern, einheimischen Teichpflanzen und Moosen etc. . Für nich als Fan der Zyperngräser hoch interessant, wer das zu unspektakulär findet, läuft einfach weiter zum HHaupt-Event:

Die Hauptattraktion ist eindeutig der Bereich um die großen Gewächshäuser. Dort sind natürlich alle die Pflanzen angesiedelt, die auch als Zimmerpflanzen bekannt sind. Viele Pflanzen, die zu Hause wachsen, erkennt man dort wieder. Gut gemacht, auch der Laie findet sich zurecht, sofern er sich nur interessiert umschaut. Denn jede Pflanze hat ein Namensschild und wichtige, interessante und bemerkenswerte Dinge sind auf zahlreichen Hinweistafeln griffig erklärt.

Meine beeindruckendste Begegnung hatte ich mit einem Protulacaria afra. So etwas wird im Zimmer gerne als Bonsai gehalten, kleine Blätter lassen so ein Bäumchen von üblicherweise 20 – 30 cm Höhe dann sehr echt aussehen. Hier im Botanischen Garten steht direkt neben dem Eingang auch so ein Baum, jedoch in einer mir völlig neuen Gewichtsklasse:

Riesen Portulacaria afra:

  • Portulacaria afra riesiger Bonsai Freilanddeutlich über 2 Meter hoch
  • Stamm schätzungsweise 15cm Durchmesser
  • sieht total urig aus und selbst wenn die Bäumchenform bei dieser Größe nicht so gut zum tragen kommt, ist der Auftritt doch beeindruckend!

Portulacaria afra Baum vor dem Gewächshaus

Bereich Sukkulenten Gewächshaus

Das setzt schonmal Maßstäbe, bevor man sich durch den Eingang ins Sukkulenten Gewächshaus bewegt. Drinnen folgt sofort in mindestens ebenso beeindruckenden Abmessungen ein

Bleistiftbaum:

  • Euphorbia leucodendron Bleistiftbaum Gewächshaus Botanischer Garten Berlingeschätzt ca. 4 Meter hoch
  • Stamm etwa 20cm dick
  • ein bilderbuchmäßiger Bleistiftbaum! Der Baum ragt geschwungen in die Höhe, der dicke Stamm ist in der unteren Hälfte verholzt und selbst sie dünnsten Äste sind immernoch dicker, als bei mancher Zimmerpflanze der ganze Stamm.

– – Bleistiftbaum Stamm Gewächshaus

  • korrekte Bezeichnung: Euphorbia leucodendron (Madegassischer Milchbusch, eine „kleinere“ Art). Es ist nicht der typische, als E. tirucalli bekannte Bleistiftbaum.

Crassula ovata und Crassula arborescens

Wer den Afra und den Bleistiftbaum bei den Sukkulenten gleich zum Einstieg gesehen hat, dem fällt auf: das nur noch schwer zu toppen. Man gewöhnt sich tatsächlich schnell an die beeindruckenden Ausmaße der Pflanzen.

Der Klassiker, Crassula ovata, als vermeintliche Standard Sukkulente uCrassula Affenbrotbaum Stamm dicknter den Zimmerpflanzen, ist auch mehrfach vertreten. Vermutlich sind es Geschenke aus richtig guter Zimmer Pflege. Die Bäume haben durchweg mindestens 10cm Durchmesser im Stamm und teilweise sehr dunkle Rinde.

Crassuls Ovata gießen Wurzelballen
frisch gegossen oder immer so nass ?

Dabei bemerke ich, daß die Crassula im Gewächshaus stehen, also (vermutlich) hohe Luftfeuchtigkeit haben UND die Erde ist bei einigen auch sehr nass. Entweder frisch gegossen oder muss das immer so sein?? Interessant, denn ich bin da eher zurückhaltender mit Wasser.

Insgesamt ist die Crassula – Sammlung ziemlich komplett, Crassula ovata, Crassula arborescens, Portulacaria afra, …. , alles was halbwegs bekannt ist, gibt es hier sowohl in naturnah gestalteter Form wie auch als richtig schöne Bäumchen.

Crassula arborescens als Bonsai Affenbrotbaum Portulacaria afra als Strauch Bonsai Crassula ovata Bonsai dicker Stamm
li: Crassula arborescens mitte: Portulacaria afra re: Crassula ovata

Und wer fehlt? Nicht mit vertreten ist der Crassula Gollum, doch das ist nicht verwunderlich ist, denn der Botanische Garten Berlin sieht sich als Sammlung natürlicher Vielfalt. Künstlich gezüchtete Sorten gehören dann wohl nicht in diese Sammlung.

Crassula ovata 'Gollum' ist eine Hybridsorte. Das sind Pflanzen, die durch Kreuzung aus 2 verschiedenen Arten gezüchtet werden. Der C. Gollum ist vermutlich eine Mischung aus Crassula ovata (=argentea) und Crassula lactea.

Bogenhanf Sansevieria cylindrica

Genauso beobachte ist das beim Bogenhanf, meine Art von zu Hause war nicht mit zu finden (also Hybridsorte ?). Weil die Informationslage zum Sansevieria cylindrica und ähnlichen auch im Netz sehr dünn ist, wollte ich die Gelegenheit hier nutzen und herausfinden, wie der Name meiner Zimmerpflanze genau lautet. Es handelt sich aber wohl auch und eine Hybridsorte. Dennoch, es ist interessant, zu sehen, wie diverse Cylindrica im ausgewachsenen Zustand aussehen bzw. Gestalt annehmen. Hier ein paar Fotos und links zur Bestimmung, verschiedene Arten zylindrischer Bogenhanf.

Kuriosität: Gerrardanthus macrorhizus

Gerrardanthus macrorhizus Speicherknolle Kuriosität Gerrardanthus macrorhizus Kürbisgewächs Botanischer Garten Berlin

Ein schnell wachsendes Kürbisgewächs, dessen Wurzel eine Speicherknolle ausbildet, die wie hier unter guten Bedingungen eine beachtliche Größe erreicht. Die Ranken der Pflanze reichen bis zum Dach des Gewächshauses. Der Gerrardantus ist auch als Zimmerpflenze wegen seines dicken Caudex beliebt.

Gewächshäuser – Bereiche nach Regionen der Erde

Die Gewächshäuser sind übrigens in Bereiche eingeteilt, die bestimmten Regionen oder Kontinenten entsprechen. Schön ist es immer, wenn man etwas findet und wieder erkennt.

Die Kamelie ist so eine markante Pflanze, als natürliche Art gibts wohl bloß die Camelia japonica. Sie ist mehrfach vertreten, in Form von verschiedenen, durchaus voluminösen Pflanzen. Wenn die Blüte vorbei ist, ist das natürlich nicht mehr so die Hauptattraktion und Kamelienzüchtung ist m.E. auch nicht der Anspruch eines Botanischen Gartens, darauf haben sich Züchter spezialisiert, die durchaus Vergleichbares bieten…

Camelia japonica Kameliengewächshaus selber halten

Der Abschnitt mit den Bambuspflanzen ist durchaus noch erwähnenswert. Die Bambus-Stängel sind armstark und ragen mehrere Meter in die Höhe. Die Bambusstäbe haben verschiedene, sehr dekorative Zeichnungen und sehen sehr stabil aus.

Gleich links daneben befindet sich ein hübsch angelegter Koi-Teich. Über den Teich führen ein paar Trittsteine, sodaß man in der Mitte praktisch wie übers Wasser laufen kann. Die dicken Goldfische haben sich wohl daran gewöhnt und betrachten das Ganze aus sicherer Entfernung.

Koi-Teich Botanischer Garten Berlin Koi zum anfassen nah

Weitläufige Außenanlagen

So gehen dann locker zwei Stunden ins Land, ohne dass man sich den Botanischen Garten insgesamt angesehen hätte, nur für den Besuch der Gewächshäuser. Wer die Außenanlagen genauer ansehen möchte, sollte noch mal genau so viel Zeit mitbringen, vielleicht auch mehr, je nach Fachkenntnis und Gründlichkeit. Das Gelände eignet sich auch einfach zum spazierengehen, wenn man mal mehr als nur die sonst üblichen Parkanlagen dabei sehen möchte.

Außenanlagen Botanischer Garten Berlin Landschaftsgestaltung BGBM BGBM Botanischer Garten Park Gewächshaus Parkanlage botanischer Garten Berlin

Parkanlage Botanischer Garten riesige Pflanzen Granatapfelbaum Blüte Botanischer Garten Berlin Punica granatum Blüte August Myrte als Strauch Myrtus communis

Ein Besuch des Botanischen Gartens in Berlin lohnt sich also durchaus, und wer die eine oder andere Pflanze kennt, wird umso mehr entdecken. In einem Atemzug gleich noch das botanische Museum zu besuchen (Eingang befindet sich links neben dem Eingang zum Botanischen Garten), wird wohl schnell zur Überforderung führen, hier sollte man zwei separate Besuche planen.

Öffnungszeiten: bgbm.de/de/oeffnungszeiten
Eintritt: bgbm.de/de/ihr-besuch/eintrittspreise
Anfahrt: bgbm.de/de/ihr-besuch/so-finden-sie-uns

fürs Navi: Königin-Luise-Platz, 14195 Berlin

20160728_165447


zuletzt aktualisiert am 18.12.2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.