pilze sammeln und bestimmen

Altweibersommer ist Pilzzeit! – pilze finden und bestimmen

Sonntagmorgen in Berlin, die Sonne lugt durch die Fenster und nährt die Aussicht auf einen schönen sonnigen Septembertag. In den vergangenen Tagen hat es einmal öfter geregnet, umso schöner zeigt sich das Wetter heute. Beste Voraussetzungen also, um einen Ausflug in die Pilze zu unternehmen. Schnell die Kinder angezogen und mit einer Klappstulle versorgt, Körbe zum sammeln mit Zeitungspapier versehen und die Gummistiefel gegriffen, dann sitzen wir auch schon im Auto in Richtung Stadtausgang. Unser Ziel sind die Wälder rings um Eberswalde, die sich in vergangenen Jahren als überaus ertragsreich gezeigt haben.

Auf der Suche nach neuen Pilzstellen hilft der über die Jahre antrainierte Blick für die Waldböden. Wunderbar sind lichte Nadelwälder mit recht hohen Bäumen. Dort kann viel Sonne auf den Waldboden fallen, der im Idealfall nicht allzu sehr mit Gesträuch bewachsen ist. Wir haben Glück, vor uns breitet sich ein wunderbar offener Waldboden mit niedrigem Gras aus. Vielerorts bricht die Sonne durch die Bäume, die Tautropfen glitzern in Gräsern und Spinnennetzen. Schnell in die Gummistiefel geschlüpft, pirschen wir uns zum Sammeln recht bald durch den malerischen Wald.

Der erste Fund lässt nicht lange auf sich warten. Ausgerechnet der jüngste Spross findet die ersten Pilze. Um diese genau zu bestimmen, muss natürlich der Papa ran. Der erste Eindruck: Es handelt sich um Maronen, wunderbare Speisepilze, die schmackhaft und leicht zu verwerten sind. Sammeln darf der Junior sie natürlich selbst. Ein zweiter Blick soll Klarheit bringen. Unter der braunen Kappe verstecken sie die typischen gelben Röhren. Der Maronenröhrling ist ein recht unkomplizierter Pilz. Verwechslungen mit giftigen Artgenossen gibt es nicht. Allerdings kann man junge Maronen mitunter mit Steinpilzen verwechseln. Auf leichten Druck hin sollten sich die Röhren der Pilze bläulich färben. Test erfolgreich, die ersten Maronen liegen im Korb! Angespornt von diesem Erfolg sammeln die Kids mit großem Enthusiasmus weiter.

Schon bald wird der Papa wieder zum Bestimmen neuer Pilze gerufen. An einem Waldweg stehen mehrere gelbbraune Kappen, die der Marone zwar ähnlich sehen, allerdings heller sind. Die raue, fast schuppenartige Struktur auf der Kappe deutet auf einen Sandröhrling hin. Diese Pilze sind auch als Sandpilze bekannt und landen bei Pilzkennern insbesondere als junge Pilze durchaus in der Pfanne. Verwechslungsmöglichkeiten beim Bestimmen bestehen lediglich mit dem Kuhröhrling, der allerdings ebenfalls essbar ist. Wer den Sandpilz genau bestimmen möchte, sollte auf die Röhren achten, die in grün-braun-gelblichen Tönen auftreten.

Und auch einer der schönsten Pilze bleibt uns nicht verwehrt – der Steinpilz. Ein paar dieser wunderbar aromatischen Speisepilze sammeln wir am Rande einer Schonung junger Fichten. Ungemein charakteristisch sind die braunen Kappen und die recht kräftigen Stiele, die von einem feinen Netz überzogen sind. Man sollte diesen Pilz genau bestimmen können. Verwechslungsgefahr besteht mit dem ungiftigen aber ungenießbaren Gallenröhrling, der sehr bitter schmeckt.

Ein solch bitteres Erlebnis bleibt uns glücklicherweise erspart. Alles was im Korb liegt, ist nicht nur genießbar, sondern auch noch überaus schmackhaft. Mit ein paar Zwiebeln und etwas Speck in der Pfanne angebraten, lassen wir es uns in den Abendstunden schmecken.

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Tipp: Pilzsuchmaschine hilft bei der Pilz Bestimmung
Gibts übrigens auch als APP, in der BASIC Version sogar kostenlos


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zuletzt aktualisiert am 07.10.2015

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