Ananas selber ziehen mit Detlef Römisch

abofalle verhindern mit drittanbietersperre

Es gibt wohl tatsächlich Firmen im deutschsprachigen Raum, die sich meiner Recherche nach scheinbar darauf spezialisiert haben, Kinder um ihr Taschengeld zu bringen. Doch auch ganz andere Leute haben hier schon für etwas bezahlen müssen, was sie nie haben wollten.

Abofalle wird per SMS informiert

Der Betroffene erhielt im speziellen Fall folgende SMS:

Für Ihren Kauf bei dem Anbieter Advanced Digital wird Ihnen künftig 4.99 EUR pro Woche berechnet. Bei Rückfragen, wenden Sie sich bitte kostenlos an Advanced Digital: 0800 0000 557 oder an das Kundencenter unter www.mobile-info.cc. Vielen Dank!

Zunächst stellt sich die Frage:

  1.  Was war der Auslöser dafür, denn gebucht oder abgeschlossen wurde nichts und es ist auch nie derartiges beabsichtigt gewesen.
  2. Muß bzw. darf man auf diese SMS überhaupt reagieren? Immerhin wurde kein Vertrag abgeschlossen und es liegt die Vermutung nahe, von einem mit unüblichen Mitteln arbeitendem „Anbieter“ gleich noch ein zweites mal mit irgendetwas überrascht zu werden.

Das Abbuchen des Geldes läßt sich zunächst nicht verhindern, da der Anbieter das Geld mithilfe des Providers vom Kartenguthaben abbucht.

Warum funktioniert das mit der Abo-Falle?

Der Grund dafür, daß die befremdliche Arbeitsweise einiger „Anbieter“ funktioniert, ist scheinbar die einfache Abrechnungsmöglichkeit über den Provider. Dagegen kann man nur etwas unternehmen, indem man bei seinem  Provider eine Drittanbietersperre hinterlegen läßt. Dann können keine Zahlungen mehr mit dem Kartenguthaben vorgenommen werden.

Ich wüßte sowieso nicht, wozu man solchen Quatsch braucht, es gibt genügend andere Zahlungsmöglichkeiten, aber scheinbar ist diese Funktion bei den SIM-Karten standardmäßig freigeschaltet. Auch würde mich interessieren, ob und wieviel vom abgebuchten Geld als Gebühr beim Provider verbleiben. Wie man liest „sind die Provider wohl verpflichtet, die Bezahlung per Handyguthaben zu ermöglichen. Das tut einem dann wirklich leid. Das Ganze ist m.E. sehr befremdlich, kann dem Betroffenen aber eigentlich egal sein, wenn er nur weiß, was zu tun ist:

Drittanbietersperre beim Provider aktivieren lassen

Auf Wunsch richtet der Provider eine Drittanbietersperre ein. Dann kann Kartenguthaben (wie üblich und erwartet) nur noch zur Abrechnung vom Vertrag an den Telefonanbieter verwendet werden. Die Abrechnung dritter (Firmen) über das Kartenguthaben ist dann nicht mehr möglich.

Abo vom Provider löschen lassen

Gleichzeitig kann der Provider nachsehen, welche Abos aktuell laufen und kann diese auf Wunsch aus der Liste löschen. Soweit ich recherchiert habe, ist das Abo damit gekündigt? Demnach sollte kein Anlass bestehen, mit einer Firma in Kontakt zu treten, von der man nichts wollte und die nur durch irgendwelche Tricks ins Gespräch gekommen ist.

Abo schriftlich kündigen

Die WDR-Dokumentation empfiehlt als zusätzlichen Schritt die schriftliche Kündigung beim Anbieter der „Dienstleistung“. Worin diese besteht, ist im o.g. Falle nicht erkennbar und eigentlich sollte die Website mobile-info.cc eine Auskunft geben. Diese sieht zwar auf den ersten Blick seriös aus, zum Namen oder Herkunft der Betreiber konnte ich jedoch nichts finden.

Warum nicht ❓ Weil der Firmenname zu oft wechselt? Oder arbeiten hier mehrere Firmen richtig gut zusammen? Die Firma Dimoco nutzt wohl die gleiche kostenlose Hotline 0800/000557 und hat wenn die Angaben stimmen sogar eine Niederlassung in Deutschland.

Quellen: ? forum.vodafone.de ? google.de „Für Ihren Kauf …“
_________
? WDR Dokumentation youtube.com
_________?
meine-kündigung.de/drittanbieter-sperren

Hinweis: im Artikel lege ich ausdrücklich meine persönliche Meinung dar. Die beschriebenen Hinweise und Vorgehensweisen haben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, Betrüger als auch Anbieter können ihre Vorgehensweisen gelegentlich ändern oder anpassen.

Update 02.07.16
Im konkreten Fall wurde, entsprechend dem gewählten Provider, der Vodafone Shop aufgesucht. Der freundliche Berater vor Ort konnte im Computer nachsehen und löschte den bestehenden „Vertrag“ (oder wie auch immer man das nennen soll, was mit der Falle herbeigeführt wurde) aus der Liste und damit die Einzugsermächtigung; sperrte schließlich die Karte für Drittanbieter. Damit scheint das Problem erledigt zu sein.


zuletzt aktualisiert am 09.07.2016

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